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Wir ertrinken in Informationen

Wie viele Minuten am Tag nutzt der durchschnittliche Jungendliche/Junge Erwachsene in Deutschland das Internet(2018)?

353 Minuten bzw. 5,88 Stunden am Tag…

Die Verbreitung des Internets bis an praktisch alle Enden der Welt hat eine Revolution des Informationskonsums nach sich gezogen. Die klassischen Quellen der Information, hauptsächlich Bücher, aber auch das Radio, die Zeitung, andere Printmedien und natürlich das Fernsehen wurden durch das Internet soweit zurückgedrängt, dass sie (fast) in Vergessenheit geraten sind.

Eine Hauptveränderung die diese mediale Revolution mit sich gebracht hat, ist die Schnelligkeit, mit welcher jegliche Form von Information konsumiert werden kann. Jeder Podcast kann auf zweifacher Geschwindigkeit angehört werden. Nach jedem YouTube-Video wird automatisch das nächste abgespielt. Nach jedem Facebook Like wird von den Algorithmen ein neuer Post vorgeschlagen.

Wie kann sich unser Gehirn an diese rapiden Veränderungen anpassen? Welche Fähigkeiten ermöglichen es uns mit der Fülle der Informationen zurecht zu kommen? Und da hat man noch nicht über die Qualität der jeweiligen Information gesprochen.

Über die genauen Implikationen dieser Informationsvielfalt versuche ich in letzter Zeit genauer nachzudenken. Obwohl ich noch nicht viel von dem Problem verstehe, habe ich zwei Tips gelernt die mit dabei helfen.

  1. Denken wie ein Kurator, nicht wie ein Konsument
Es ist verlockend, unser mobiles Gerät oder unseren Computer einzuschalten und sofort in den Fluss der pikanten Informationen, die uns präsentiert werden, einzutauchen. Viele dieser Informationen sind nützlich und interessant - Artikel von Experten, die uns produktiver machen könnten, Tipps zu Bewegung oder Ernährung oder faszinierende Geschichten aus der ganzen Welt. Aber wenn wir nicht bewusst und strategisch entscheiden, was wir konsumieren, sind wir immer dem ausgeliefert, was andere uns sehen lassen wollen. Nehmen Sie stattdessen die Denkweise eines Kurators an - objektiv, eigensinnig und reflektierend. Wenn Sie im Laufe des Tages auf Social-Media-Updates, Online-Artikel und Podcasts stoßen, speichern Sie diese für zukünftige Überlegungen, anstatt sofort einzutauchen. Wenn Sie anfangen, Inhalte zu sammeln, können Sie sich aussuchen, welche Quellen Sie bewusst konsumieren möchten.

(Tiago Forte: Email Newsletter Praxis”)

Tiago schlägt vor, wirklich sehr kritisch mit den Informationen die auf uns einschwallen umzugehen. Nämlich genau anzuschauen, ob die Information die sich uns präsentieren, uns helfen unserem Ziel (was immer es auch sein mag) näher zu kommen.

  1. Einen Weg finden diese gut ausgewählten Information zu speichern
Sie müssen nicht mehr lernen”. Sie müssen nur die besten Einsichten aus dem Informationsfluss retten, der täglich an Ihnen vorbeifließt. Alles, was für Sie wichtig ist - Ihre Karriere, Ihre Lebensqualität, Ihre Beziehungen, Ihre Gesundheit, Ihr Einkommen, Ihre Ziele - all das hängt in der einen oder anderen Weise von Ihrer Fähigkeit ab, mit Informationen effektiv umzugehen.

(Tiago Forte: Email Newsletter Praxis”)

Physisch haben sich diese Tips bei mir in der konsequenten Nutzung einer App wie Instapaper gezeigt, mit welcher man alle möglichen Medien speichern kann um sie zu einem anderen Zeitpunkt zu konsumieren. Wenn ich zum Beispiel auf einen guten Artikel stoße, der nützlich ist um ein Thema über das ich nachdenke besser zu verstehen, dann speichere ich ihn in Instapaper und lese ihn später. Dann habe ich eine zweite Möglichkeit um zu entscheiden, ob diese bestimmte Information so lohneswert ist, dass es meine wertvolle Zeit verdient hat.

Vielleicht ist das ein guter Gedanke für diese Woche: Denken wie ein Kurtor nicht nur wie ein Konsument um diese Informationen dann effektiv zu speichern.

Zusätzliche Anregungen

Apps zum Speichern von Online-Artikeln


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