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Jahresrückblick 2019 - Was habe ich gelernt?

Das Ende eines Jahres ist immer eine Zeit um ruhiger zu werden. Dies geschieht auf der einen Seite automatisch durch die geruhsame Weihnachtszeit, die die Zeit förmlich langsamer werden lässt. Andererseits sind wir ohnehin von Abschlüssen und von neuen Anfängen fasziniert. Vielleicht kommt das von der Möglichkeit, oder auch nur dem kleinsten Hoffnungsschimmer, auf einen Neubeginn.

Obwohl ich absolut kein Anhänger der New Year’s resolutions” bin, ist es wichtig nach vorne zu schauen. Aber nur durch das zurückschauen ist es möglich die Zukunft richtig einzuschätzen und zu planen.

Heute möchte ich einige Dinge aufschreiben, die ich im Jahr 2019 gelernt habe, die mich besonders beeinflusst haben oder die ich empfehlen kann. Vielleicht ist eine der Ideen für den ein oder anderen wertvoll und spornt an, sich neue Ziele zu setzen, un-träumbares zu träumen und un-wirkliches zu verwirklichen.

Zwei Worte der Einschränkung

  1. Dies soll kein Jahresrückblick sein, der sich anmaßend wie eine Last dem neuen Jahr auferlegt. Vielmehr sollen diese Dinge mit wohlwollen auf das letze Jahr zurückblicken um die Lektionen der Vergangenheit ausreichend zu würdigen.
  2. Die wichtigsten Lektionen, die ich 2019 gelernt habe, können nicht in dieser Form aufgeschrieben werden. Sie sind so tief in meiner Seele verankert, dass sie nur mit größter Anstrengung aus dem Bergwerkc meiner Identität gemeißelt werden könnten. Zu nuanciert und zu zerbrechlich scheinen mir dazu die Fortschritte, die ich persönlich gemacht habe.

Trotzdem soll sich in den kommenden 12 Monaten genau diese Veränderungen widerspiegeln. Nämlich als inkarnierte Charakterverbesserungen, die man, wie ich hoffe, in mir als Mensch und infolgedessen in diesen Texten erkennen kann.

Die Messlatte liegt hoch. Was habe ich gelernt um ein liebevoller Vater zu werden. Was habe ich gelernt um ein besserer Ehemann zu werden. Habe ich genug Mut bewiesen diese Dinge auch umzusetzen?

All das soll, wie versprochen, nicht Teil des heutigen Textes sein.

  1. Audible // 2019 habe ich Hörbücher entdeckt. Bis vor 30 Jahren, war das Gesamte Wissen der Menschheit ausschließlich in Büchern gespeichert. Jetzt können wir dieses Wissen auch beim Fahrrad fahren, beim Duschen und beim Joggen konsumieren. Dies ist wahrlich eine Revolution. Mal sehen, wie schnell sie sich verbreitet.

  2. Podcasts // Podcasts sind die neuen Medien. Sie haben das Radio und das Nachrichten-Fernsehen auf dem Gewissen. Und das zurecht. Die kurzen drei bis fünf Minuten Interviews mit Politikern und Experten in den Tagesthemen, können der komplizierten Wirklichkeit nicht gerecht werden. Und das müssen sie auch wegen Podcasts nicht mehr. Nun ist es möglich viele Stunden lange Podcast mit praktisch keinen Ausgaben zu produzieren.

  3. Jordan B. Peterson // Durch Jordan B. Peterson habe ich den Mut das Schreiben wirklich ernst zu nehmen. Sein Buch 12 Rules for Life” hat mich in so viele Richtungen zum Denken gebracht, dass es mir unmöglich ist es zusammenzufassen. Vielleicht schaffe ich das in der Zukunft. Lest es! In der nordamerikanischen Presse gibt es viel negative Berichte über ihn. Bitte macht euch ein eigenes Bild. An seinen Früchten wird man es erkennen.

  4. Building a Second Brain // Auf diesen Kurs von Tiago Forte bin ich erst Mitte November gestoßen. Wie der Name schon sagt, bringt Tiago seinen Schülern bei, wie man sich ein Digitales Zweites Gehirn aufbaut um die Informationen später einmal nutzen zu können, wenn man sie braucht. Als grundlegende Prämisse gilt, dass wir durch die digitale Revolution viele Stunden am Tag neue Informationen konsumieren können. Diese dann aber nicht merken können, weil unser Gehirn darauf ausgelegt ist zu vernetzen, nicht Informationen zu speichern. Leider kostet der Kurs 1000$… Vielleicht eines Tages mal. Die Grundprinzipien kann man aber in seinem Blog finden.

  5. Krankheit und Denken // Dieses Jahr habe ich herausgefunden, dass ich gegen Fructose allergisch bin. Wer hätte gedacht, dass sowas möglich ist. Die Veränderungen könnten kaum größer sein. Mein Körper hat sich beruhigt und ich kann mich um Welten besser konzentrieren als noch vor 6 Monaten. Zusätzlich habe ich Intermittent-Fasting angefangen. Das bedeutet einfach, dass man einen Zeitraum festlegt, in welchem man den Körper zur Ruhe kommen lässt. Ein wichtiger Punkt ist der Abbau des Insulins, der für die Regelung des Blutzuckers von Bedeutung ist. Mein Ruhe-Zeitraum” ist von 18 Uhr bis 11 Uhr. Das heißt, dass ich zwischen 11 Uhr und 18 Uhr esse. Für mich macht diese Einteilung wahnsinnig viel Sinn. Ist aber auch sicherlich nicht für alle sinnvoll.

  6. Glauben heißt nicht Wissen // Nur ein kurzer Satz zu etwas sehr persönlichem. Mein Glaube an Gott ist mir sehr wichtig. Dieses Jahr durfte/musste ich lernen, dass Glauben viele Facetten und viele Abstufungen hat. Um an Gott zu glauben, muss man nicht wissen, dass es Gott gibt. Manchmal reicht allein der Wunsch an Gott zu glauben aus. Als wichtigste Erkenntnis dieses Themas scheint mir jedoch, dass ich weiß, dass die Hoffnung besteht mit mehr Gewissheit zu glauben und vollkommener zu vertrauen. Das passiert nicht einfach, sondern geht nur durch glaubenvolles Handeln.

  7. Geschichte und Philosophie // Dieses Jahr habe ich von dem Lehramtsstudium auf den Bachelorstudiengang Geschichte mit Nebenfach Philosophie gewechselt. Aufgrund dieser Entscheidung hat sich die Faszination zu dem Fach Geschichte noch vermehrt. Ich habe gelernt, welche Form der Neugier benötigt wird um wissenschaftlichen Erfolg zu erzielen. (Natürlich in sehr bescheidener Form) Die Neugier etwas besser zu verstehen. Die Neugier etwas herauszufinden, in Bibliotheken und Archiven zu forschen (im besten Detektiv Sinn) um ein kleines Detail zu entdecken. Dieses Semester schreibe ich eine Arbeit über den Aufstieg der Zünfte im Mittelalterlichen Freiburg. Für viele würde dieser Auftrag wohl einem Straflager ähneln, doch mir kribbelt es schon bei dem Gedanken in den Fingern. Wichtig ist nicht das Thema an sich, oder die Leidenschaft für das jeweilige Projekt, vielmehr ist die Leidenschaft zur Forschung an sich ausschlaggebend für die Zufriedenheit im Beruf. (Ich weiß, große Töne für einen BA-Studenten, aber ich bin ziemlich sicher es stimmt.)

Zusätzliche Anregungen

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